event_note Veranstaltung: - Berlin
Das Deutsche Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) lädt am 9. und 10.7.2026 zu dem Workshop „Unterhaltsvorschuss und Kindesunterhalt – Recht und Praxis, offene Forschungsfragen, Reformbedarfe“ nach Berlin ein. Die Veranstaltung findet im Forschungsfeld 3 „Steuerung, Organisation und Implementation von Sozialpolitik“ statt.
Im Mittelpunkt stehen Probleme, Herausforderungen und Reformbedarfe des Unterhaltsvorschuss- und Kindesunterhaltsrechts. Diskutiert wird insbesondere, wie Reformen des Kindesunterhaltsrechts, des Unterhaltsvorschussgesetzes und der Schnittstellen zu weiteren Sozialleistungen dazu beitragen können, Kinder- und Familienarmut zu reduzieren.
Unterhaltsvorschuss im Wandel
Viele Kinder getrenntlebender Eltern erhalten keinen oder zu wenig Kindesunterhalt und sind deshalb auf Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz angewiesen. Die Zahl der Leistungsberechtigten und die Dauer der Leistungsberechtigung haben deutlich zugenommen. Ursprünglich als Vorschussleistung gedacht, hat sich der Unterhaltsvorschuss in der Praxis zunehmend zu einer Form der Mindestsicherung für Kinder entwickelt.
Der Workshop nimmt daher auch die Schnittstellen zu anderen Mindestsicherungssystemen wie Wohngeld, Kinderzuschlag sowie SGBII und SGBXII in den Blick. Thematisiert werden außerdem der Rückgriff der Unterhaltsvorschusskassen auf Barunterhaltspflichtige, unterschiedliche Rückholquoten in den Ländern sowie angekündigte, bislang aber noch nicht eingeleitete Reformen.
Rechtspraxis, Forschung und Reformdiskussion
Das Programm umfasst unter anderem Beiträge zum UVG im föderalen System, zur familienrechtlichen Perspektive, zur Empirie von Kindesunterhaltszahlungen sowie zu geteilter Betreuung und deren Auswirkungen auf Unterhaltsvorschuss und Kindesunterhalt. Am zweiten Veranstaltungstag stehen zudem Reformmöglichkeiten, Gerechtigkeitsfragen und die Bekämpfung von Kinderarmut sowie Armutsrisiken Alleinerziehender im Mittelpunkt.
Die Veranstaltung richtet sich an Expertinnen und Experten aus Rechtswissenschaft und Sozialverwaltung sowie an Akteurinnen und Akteure aus Verbänden und Praxis. Ziel ist es, offene Forschungsfragen zu formulieren und einen Beitrag zur aktuellen Reformdiskussion zu Unterhaltsvorschuss und Kindesunterhalt zu leisten.