Tagung zum Ausbau der Kooperation im Bereich Frühe Hilfen

event_note Veranstaltung:

Bessere Vernetzung von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe

„Gemeinsam stark für Familien“ war das Thema einer Kooperationstagung, zu der am 25.11.2016

  • die Parlamentarischen Staatssekretärinnen Caren Marks aus dem Bundesfamilienministerium (BMFSFJ)
  • Ingrid Fischbach aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG)
  • Vertreterinnen und Vertreter aus elf Institutionen und Verbänden

in Berlin zusammenkamen. Im Mittelpunkt der Tagung stand die weitere Stärkung der Zusammenarbeit von Fachkräften aus dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe zur Verbesserung der sogenannten Frühen Hilfen für Familien. Eingeladen hatten das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit & Frühe Hilfen (BAG).

Mehr Mitwirkung des Gesundheitswesens gefordert

Rund 20 Prozent der Mädchen und Jungen in Deutschland erleiden schon in früher Kindheit aufgrund belastender Lebenslagen erhebliche Einschränkungen in ihrer Entwicklung. Um diese Situation zu verbessern, ist eine nachhaltige Kooperation von Fachkräften aus beiden Sozialsystemen – dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe – notwendig. Das zentrale Ziel der Frühen Hilfen ist eine ausreichende Versorgung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres mit bedarfsgerechten Angeboten. Je früher passgenaue Unterstützung angeboten wird, umso größer sind die Chancen, Fehlentwicklungen bei Kindern entgegenzuwirken und ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Der flächendeckende Ausbau Früher Hilfen sei in Deutschland bereits gelungen, so Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium. Es gehe nun vor allem um eine noch breitere Mitwirkung des Gesundheitswesens in diesen Netzwerken. Wie wichtig diese sei, verdeutlichten die Ergebnisse aus der Forschung, so Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut „Wir wissen, dass gerade psychosozial belastete Familien oft mehr Probleme bei der Suche und Inanspruchnahme passender Unterstützungsangebote haben“, erläuterte sie. „Frühe Hilfen können diesen Familien in Arztpraxen, Geburtskliniken oder in Beratungsstellen sprichwörtlich entgegenkommen und weitergehende niedrigschwellige Unterstützungsangebote vermitteln“.

Tagung griff konkrete Anliegen auf

Die Kooperationstagung griff in

  • Vorträgen
  • einer Podiumsdiskussion
  • sechs Workshops

konkrete Anliegen auf. Unter anderem ging es in den Workshops um die Vernetzung der Frühen Hilfen mit der ambulanten und der stationären medizinischen Versorgung sowie mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, um möglichst frühzeitig Familien mit Kindern zu unterstützen. Aber auch die Gestaltung von Schnittstellen von Frühen Hilfen bei besonders schwerwiegenden Problemen – wenn eine Gefährdung für das Kind droht – war Thema. Des Weiteren befassten sich die Teilnehmenden mit der Entwicklung der interdisziplinären Leitlinie Kinderschutz. Eine Veröffentlichung der Tagungs-Dokumentation ist vorgesehen.


Quelle: Pressemitteilung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen vom 25. November 2016

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