Tagung "Verstaatlichung der Familienlasten?"

Tagung "Verstaatlichung der Familienlasten?"

event_note Veranstaltung: - Vortragsraum der Paulinerkirche, Am Papendiek 14, 37073 Göttingen

Am 29.4.2020 findet zum zwölften Mal eine Tagung aus der Reihe „Blickpunkt Sozialrecht in der Privatrechtspraxis“ statt, dieses Mal mit dem Thema "Verstaatlichung der Familienlasten? – Existenzsicherung zwischen familiärer und gesellschaftlicher Verantwortung". Der Veranstalter - das Institut für Arbeitsrecht der Georg-August-Universität Göttingen - bietet mit der Tagungsreihe ein regelmäßiges Forum für den Austausch von Wissenschaft und Praxis. Veranstaltungsort ist der Vortragsraum der Paulinerkirche in Göttingen. Eine Anmeldung ist per E-Mail ab sofort möglich. Weitere Informationen finden sie im Flyer.

 

Rechtsprobleme im Grenzbereich von Sozialrecht und Familienrecht

Die Bundesrepublik ist ein demokratischer und sozialer Bundestaat. Diesem kommen nach Art. 6 GG Förderpflichten für Familien unter verschiedenen Gesichtspunkten zu. Die Ausgestaltung im Einzelnen ist dabei nicht unumstritten. Während sich Unverheiratete und Kinderlose angesichts steuer- und beitragsfinanzierter Familienleistungen bisweilen benachteiligt wähnen, sehen sich Eltern mit verminderten Erwerbschancen und hohen Erziehungsaufwendungen konfrontiert. Der Gesetzgeber hat im politischen Prozess zahlreiche Regelungen über die Verteilung der Familienlasten zwischen staatlicher Gemeinschaft und Selbstversorgung der Familie geschaffen. Die komplexe Ausgestaltung dieses Familienlastenausgleichs wirft vielfältige Rechtsprobleme im Grenzbereich von Sozialrecht und Familienrecht auf. Vor dem Hintergrund sich verändernder gesellschaftlicher Realitäten sollen im Rahmen der Blickpunkttagung grundsätzliche Interessenkonflikte und normenhierarchische Aspekte hinsichtlich ihrer faktischen Auswirkungen wie auch der Konsequenzen für die Rechtspraxis kritisch erörtert werden.

Geplant sind Kurzreferate zu folgenden Themen:

  • Entlastung von Familien durch Sozialrecht
  • Pauschalierung und Individualisierung bei der Existenzsicherung im Familien- und im Sozialrecht
  • Entlastung des Sozialstaats nach dem Subsidiaritätsprinzip
  • Rezeption sozialrechtlicher Gestaltungen im Familienrecht und vice versa
  • Europarechtliche und grundgesetzliche Einbettung
  • Sozial(rechts)politische Perspektiven

Im Anschluss findet jeweils eine Diskussion statt.

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