Herbsttagung der AG Familienrecht des DAV startet in Nürnberg

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Pressemitteilung des DAV vom 24. November 2016

Mit dem Beitrag „Neurobiologie und Kindeswohl - Viel mehr als Recht und Psychologie“ von Prof. Dr. Peter Beyerlein, Technische Hochschule Wildau, startete heute die Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins. Bis Samstagabend steht bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung wieder einmal das Kind im Mittelpunkt.

Was passiert mit den Kindern, die nach der Trennung der Eltern bei nur einem Elternteil aufwachsen? Wie wirkt es sich auf die Kleinen aus, wenn Konflikte der Eltern auf ihrem Rücken ausgetragen werden? "Das sind Fragen, die weit über juristische Aspekte hinausgehen, denen wir Familienanwälte uns trotzdem immer wieder stellen müssen", sagte Rechtsanwältin Eva Becker, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im DAV, beim Auftakt der diesjährigen Herbsttagung. Auch Unterhaltsfragen stellten sich immer wieder neu. "Diesmal befassen wir uns besonders mit dem Wechselmodell, das immer häufiger praktiziert wird. Wer muss zahlen, wenn das Kind bei beiden Eltern abwechselnd lebt?" erläuterte Rechtsanwältin Becker.

Neue Problemfelder für Familienrechtler

Abstammungsrecht, Samenspenderegister, Kinderehen - diese komplexen Themen, die das Familienrecht derzeit bewegen, kommen in Nürnberg ebenfalls zur Sprache. "Hier werden immer wieder neue Problemfelder entstehen, mit denen wir als Familienanwälte in unserer täglichen Arbeit konfrontiert sind. Da sind neue Regelungen notwendig, andere müssen aktualisiert werden", so Rechtsanwältin Becker. Die aktuelle Stunde am Samstag bestreiten Dirk Hoffmann, Richter am Oberlandesgericht Bremen und FamRZ-Hauptschriftleiter Prof. em. Dr. Dr. h.c. Dieter Schwab, Regensburg, zum Dauer-Thema Unterhalt. Die Unterhaltsrechtsreform von 2008 steht längst selbst auf dem Prüfstand. Wie eine Reform der Reform aussehen könnte, wird unter Familienrechtlern heiß diskutiert.

Wie auf jeder Herbsttagung blicken die Familienanwälte auch in Nürnberg über den Tellerrand ihres Fachgebietes: Über "Die hilflosen Helfer im Familienrecht" referiert der bekannte Psychoanalytiker Dr. Wolfgang Schmidbauer aus München. Aber auch die Themen aus dem Alltag der Familienanwälte kommen in Nürnberg nicht zu kurz:

  • "Albtraum Teilungsversteigerung"
  • "Selbständige Beweissicherung im Familienrecht"
  • "Haftungsfalle Vergleichsabschluss"
  • "Anpassungen im Versorgungsausgleich"
  • "Der mühsame Weg zum Kind - Adoption"
  • "Wer schlägt, der geht - Gewaltschutz"
  • "Gestaltungsspielräume im Unterhaltsrecht"

- über diese und andere Themen referieren namhafte Richterinnen und Richter der oberen Gerichte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Anwältinnen und Anwälte.

In der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht sind bundesweit knapp 7.000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte organisiert. Sie ist damit die größte Vereinigung von auf Familienrecht spezialisierten Anwältinnen und Anwälten.


Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins vom 24. November 2016

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