Familienrechtliche Presseschau Oktober 2019

- Redaktionsmeldungen

Verfahrensbeistände, Macho-Macher, Kinderrechte, Gute-Laune-Gesetze

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

Diese Rechte haben Sie bei der Wahl des Namens

Handelsblatt | Katharina Schneider

In Großbritannien herrscht vollkommene Namenswahlfreiheit. Andernorts dürfen zumindest beide Partner nach der Heirat einen Doppelnamen tragen. Das deutsche Namensrecht hingegen ist streng - sehr streng. Experten kritisieren, dass die starren Regeln u.a. den komplexeren Familienkonstellationen wie Patchworkfamilien nicht mehr gerecht werden. Im Artikel kommen gleich zwei Herausgeber der FamRZ zu Wort, Anatol Dutta und Tobias Helms. Beide sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Namensrecht.

Der Wille eines Kindes entspricht nicht immer seinem Wohl

Stern | Savina Schlüter im Gespräch mit Patrick Rösing

Savina Schlüter ist Verfahrensbeiständin in Hamburg. Im Gespräch mit dem stern spricht sie über ihre konkreten Erfahrungen, ihre Arbeitsweise sowie die Kooperationsbereitschaft von Jugendämtern und Familienrichtern. Sie sagt unter anderem: "Manchmal entspricht der Kindeswille nicht unbedingt dem Kindeswohl."

Immer da und nie

Zeit Online | Judith Luig

Die Bundesregierung hat vor kurzem ihren Entwurf für ein Angehörigen-Entlastungsgesetz vorgelegt. Die Kolumnistin schildert, wie es ist, als Kind pflegebedürftiger Eltern weit entfernt zu leben. Sie organisiert und pflegt, so gut es geht - und kommt dabei sehr oft an ihre Grenzen.

Zwischen allen Stühlen (Achtung, Paywall!)

Süddeutsche Zeitung | Anja Kannegießer im Gespräch mit Ann-Kathrin Eckardt

Fehlerhafte Gutachten vor Familiengerichten können katastrophale Folgen haben. Anja Kannegießer, Juristin und Psychologin, will das endlich ändern. Die Süddeutsche Zeitung traf sich mit ihr zum Gespräch.

"Mama, halt endlich die Klappe"

Spiegel Online | Ahmet Toprak im Gespräch mit Katrin Elger

Ahmet Toprak wurde in der Türkei geboren und ist seit 2017 Professor für Erziehungswissenschaft an der FH Dortmund. Im Interview sagt er, dass es in vielen streng konservativen muslimischen Familien bei den Eltern alles darum drehe, ihre Söhne darauf vorzubereiten, das Oberhaupt zu werden. Die Eltern seien deshalb die "Macho-Macher".

Kinder brauchen "einen besonderen Schutz"

ZDF | Christine Lambrecht im Gespräch mit Florian Neuhann

Soeben wurde der Abschlussbericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz veröffentlicht. Im Interview mit heute.de begründet Justizministerin Christine Lambrecht das Vorhaben: "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die durch bestehende Regelungen erfasst werden, sondern Kinder bedürfen eines besonderen Schutzes."

„Loyalitätskonflikte mit Eltern sind Gift für die Seele des Kindes“

Frankfurter Rundschau | Claus Koch im Gespräch mit Franziska Schubert

Bindungsforscher Claus Koch spricht im Interview über glückliche und unglückliche Trennungskinder und über folgenschwere Fehler, die Eltern besser nicht begehen sollten. Er sagt u.a.: "Das Residenzmodell führt häufig zu einem gewissen Entfremdungseffekt zwischen Vätern und ihren Kindern."

Prozess um lebendige Geister

Süddeutsche Zeitung | Wolfgang Janisch

Die Journalistin Gaby Mayr vertrat 2018 in zwei Beiträgen die Meinung, dass Ex-BGH-Richter Thomas Fischers Kommentierung des Strafgesetzbuchs für Verurteilungen nach Paragraf 219a verantwortlich gemacht werden könne. Seitdem stehen sich Fischer und Mayr in einer medialen Schlammschlacht gegenüber - nun ist der Fall vor Gericht gelandet.

Gute-Laune-Gesetze

journalist | Sebastian Pertsch und Udo Stiehl

Seit gut einem Jahr setzt die Bundesregierung immer öfter auf eingängige Gesetzesnamen wie "Gute-KiTa-Gesetz" oder "Starkes-Familien-Gesetz". Die Autoren bezeichnen das in ihrer Kolumne als "Framing" und lassen u.a. den Menschenrechtsaktivisten Raúl Krauthausen zu Wort kommen, der sagt: "Für Kritik am Gesetz wird es nun schwieriger, in der öffentlichen Debatte auf die Schwächen hinzuweisen, da zunächst die Medien den bereits geframten Gesetzestext als ‚neutrale Neuigkeit‘ verbreitet haben." (s. dazu auch FamRZ-Newsletter 10/2019: Wie stark ist das Starke-Familien-Gesetz?)

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