Familienrechtliche Presseschau November 2018

- Redaktionsmeldungen

Überwachung von Kindern, Partnerschaftsgewalt, "Befruchtung für alle"

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen oder das Familienrecht berührenden Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

Smartwatch in der Kita? In München verboten

Süddeutsche Zeitung | Jakob Wetzel

In Heft 22 der FamRZ erschien ein Artikel von Ulrich Rake, der die Frage stellt, welches Recht Eltern haben, die digitale Kommunikation ihrer Kinder zu überwachen. Wie die Süddeutsche schreibt, ist dieses Thema inzwischen auch in Kindertagesstätten aktuell. In München werden manche Kinder offenbar mittels Smartwatch "getrackt". "Eltern können mit den Geräten nicht nur überwachen, wo ihre Kinder sind. Manche gehen sogar so weit, die Tochter oder den Sohn heimlich abzuhören."

„Das Thema ist schambesetzt“

taz | Katharina Göpner (Interview: Sophie Spelsberg)

Die „Kriminalstatistische Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2017“ zeigt: Im letzten Jahr wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner insgesamt 138.893 Personen Opfer versuchter und vollendeter Taten. Darunter hauptsächlich Frauen. Im Gespräch mit der taz sagt Katharina Göpner vom Frauenhilfeverband: "Heterosexuelle Beziehungen können für Frauen gefährlich sein. Viele Hochrisikofälle werden zu spät erkannt und es fehlt oft an rechtzeitigen Schutzmaßnahmen."

Befruchtung für alle

Deutschlandfunk | Suzanne Krause

Frankreich diskutiert über ein neues Bioethikgesetz. Das sieht unter anderem vor, dass die staatliche Krankenkasse lesbischen Paaren künstliche Befruchtungen bezahlt. Der Verein Manif pour tous und die katholische Kirche protestieren – wenn auch schwächer als gegen die Ehe für alle. Die Befürchtung ist, dass dann auch männliche Paare auf Gleichstellung pochen könnten und Leihmutterschaft genehmigt werden könnte.

So vererben die Deutschen

FAZ | Anne-Christin Sievers

80 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass bei hohen Gesundheits- und Pflegekosten ihrer alten Angehörigen für sie nur eine geringe oder gar keine Erbschaft übrig bleibt. Das geht aus der repräsentativen Studie „Erben und Vererben“ hervor, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Bank durchgeführt hat. Dafür wurden 1706 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Die FAZ berichtet über weitere Ergebnisse.

Wie das dritte Geschlecht die Berufswelt ändert

Tagesspiegel | Anja Kühne

Dass es in Deutschland künftig drei Geschlechter geben soll, hat auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt: Unternehmen, die nach dem 1.1.2019 in ihren Stellenanzeigen nur Männer und Frauen ansprechen, müssten mit einer Klage rechnen, so Marc Spielberger, Fachanwalt für Arbeitsrecht, im Tagesspiegel. Das Karlsruher Urteil zum dritten Geschlecht könnte aber auch Auswirkungen auf das Betriebsverfassungsgesetz, das Entgelttransparenzgesetz oder die Arbeitsstättenverordnung haben.

Warum öffnen wir die Ehe nicht tatsächlich für alle?

Deutschlandfunk Kultur | Antje Schrupp

Die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisierte im November die "Ehe für alle". Sie fürchtet Forderungen wie die nach einer Ehe von mehr als zwei Menschen oder einer Heirat unter Verwandten. Die Journalistin Antje Schrupp fragt in ihrem Artikel für Deutschlandfunk Kultur, was denn daran eigentlich so schlimm sei. "Die 'Ehe für alle' macht sichtbar, dass sich unser Verständnis von Familie von der Bindung an gemeinsame leibliche Kinder gelöst hat." Familienleben, Kinder haben und Sexualität gehörten nicht mehr zwingend zusammen.

Die Lega will die Männer stärken – reaktionäre Tendenzen in Italien

Neue Zürcher Zeitung | Andrea Spalinger

In zahlreichen italienischen Städten haben Bürgerinnen gegen eine Gesetzesvorlage demonstriert, mit der das italienische Scheidungsrecht modifiziert werden soll. Unter anderem soll das Sorgerecht für die Kinder nach einer Trennung oder einer Scheidung paritätisch aufgeteilt werden. Unterhaltszahlungen sollen dann weitgehend wegfallen. Die Kritik: Die Neuregelungen nehmen keinerlei Rücksicht auf das Kindeswohl sowie den finanziell schlechtergestellten Elternteil - in Italien in den meisten Fällen die Frau.

"Ich bin die dicke Frau mit den Akten unter dem Arm"

Die Zeit | Juli Katz

Eine Rechtsanwältin erzählt, dass sie aufgrund ihres Übergewichts von Kollegen gemobbt wird. Mandanten würde sie vor den ersten Treffen inzwischen erzählen, dass sie übergewichtig ist. "Das Problem ist [...], dass in einem Beruf wie dem des Rechtsanwaltes nebst seiner fachlichen Kenntnis das Auftreten eine IMMENSE Komponente ist. So sehr man es auch leugnen mag, als Anwalt müssen sie, wenn sie erfolgreich sein wollen, fachliche Kompetenz mit autoritärem Auftreten und sprachlicher Eloquenz verbinden."

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