Familienrechtliche Presseschau März 2019

- Redaktionsmeldungen

Unterhaltsrecht, Abstammungsrecht, 24-Stunden-Kitas, Feminismus, Social Media, Altersarmut

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

Giffey will Änderungen im Unterhaltsrecht

Übersicht über Medienberichte

Einen Aufschrei in den Medien löste Bundesfamilienministerin Franziska Giffey im März aus, als sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte: „Wir brauchen [...] sowohl eine Reform des Sorge- und Umgangsrechts als auch Änderungen im Unterhaltsrecht, die möglichst viel Flexibilität für verschiedene Betreuungsmodelle lassen.“

"Gut so, aber reicht nicht," sagten dazu die einen; eine Unterhaltsreform könne nur der Anfang sein (Henrike Roßbach, Süddeutsche).  Andere finden das Vorhaben zu mutig, der Staat könne nicht jeden Einzelfall regeln und kontrollieren (Elisabeth Niejahr im Gespräch mit Korbinian Frenzel, Deutschlandfunk Kultur). Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Familienrecht im Deutschen Anwaltverein Eva Becker begrüßte wiederum den Vorstoß: Auch die Mütter hätten etwas davon, denn sie könnten dadurch mehr arbeiten gehen und mehr Geld verdienen (im Gespräch mit Ulrike Winkelmann, Deutschlandfunk). Wieder andere möchten von Giffey erst einmal wissen, was denn diese "gesellschaftliche Realität" sei, an die sie das Unterhaltsrecht anpassen will (Ulrike Baureithel, der Freitag).

Geben und Nehmen

Süddeutsche Zeitung | Barbara Vorsamer

Auch Barbara Vorsamer bewertet in der SZ Giffeys Vorhaben und setzt sich in diesem Zusammenhang damit auseinander, wie sich die "gesellschaftliche Realität" in Sachen Ehe und Familie in den letzten Jahrzehnten veränderte. Sie resümiert: "Das aktuelle Unterhaltsrecht ist ein sehr gleichberechtigtes Gesetz für eine nicht sehr gleichberechtigte Gesellschaft. Es ist wie ein gerades Haus auf schräger Fläche: eigentlich gerade. Aber trotzdem schief. Statt die Fläche endlich zu begradigen, will Familienministerin Giffey nun das Haus modernisieren."

Skepsis gegenüber 24-Stunden-Kitas

Frankfurter Allgemeine Zeitung | Matthias Trautsch

Frankfurter Politiker überlegen offenbar, eine rund um die Uhr geöffnete Kindertagesstätte einzurichten. Mit einem Pilotprojekt soll es Alleinerziehenden ermöglicht werden, eine Tätigkeit im Schichtdienst auszuüben. Es geht um ein zeitlich flexibles Angebot etwa für Beschäftigte in der Pflege und bei der Polizei. Doch von vielen Seiten wird Kritik an dem Vorhaben laut.

“Gesetzesänderungen sind immer Teamwork”

Lila Podcast | Maria Wersig im Gespräch mit Susanne Klingner

Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes Prof. Dr. Maria Wersig wurde vom feministischen Lila Podcast eingeladen, um über Gleichberechtigung im juristischen Sinne zu reden. Sind alle Gesetze und Regeln schon so gestaltet, dass Männer und Frauen die gleichen Chancen und Entfaltungsmöglichkeiten haben?

Vier Eltern sind zu viel für ein Kind

Süddeutsche Zeitung | Ann-Kathrin Eckardt

Bundesjustizministerin Katarina Barley hat einen Diskussionsteilentwurf für eine Reform des Abstammungsrechts vorgestellt. Die rechtliche Stellung der betroffenen Kinder und Eltern soll verbessert und Unstimmigkeiten in den Wertungen des geltenden Rechts beseitigt werden. Die Autorin Ann-Kathrin Eckardt schreibt in ihrem Artikel für die SZ, dass diese Neuerungen richtig und längst überfällig sind. Das Wichtigste aber sei, dass auch in Zukunft das Zwei-Eltern-Prinzip gelten soll. 

Süß, nicht wahr?

Zeit | Lena Luisa Leisten

Der Artikel beschäftigt sich mit dem Problem, dass Eltern ihre Kinder oft ungeniert in sozialen Medien zeigen. Die Autorin fragt: Ist das okay? Dabei betrachtet sie das Thema auch aus rechtlicher Perspektive - genau wie Prof. Dr. Benedikt Buchner in einem Beitrag für die FamRZ. Dieser erscheint in Heft 9 (1.5.2019).

"Frauen ziehen den Kürzeren"

taz | Irene Götz im Gespräch mit Patricia Hecht

Alleinstehende Städterinnen haben ein hohes Risiko, im Alter zu verarmen. Die taz interviewt dazu Armutsforscherin Irene Götz. Diese hat für ein Buch Frauen portraitiert, die zwischen 60 und über 80 Jahre alt sind und im reichen München existenziell bedroht leben. Götz sagt u.a.: "Viele Frauen waren und sind stark familienorientiert, für so etwas waren die Männer nicht zuständig. [...] auf lange Sicht haben sie den Kürzeren gezogen."

Wer kriegt den Hund, wenn wir uns trennen? (Achtung, Paywall!)

Spiegel | Carolina Torres

Für viele Paare ist das Haustier wie das eigene Kind. Doch was passiert, wenn die "Eltern" sich trennen? Im Notfall muss ein Gericht entscheiden. Und die psychische Belastung ist für den Trennungshund dann ebenso groß wie sonst für ein Trennungskind, so der Artikel.

Zurück