Familienrechtliche Presseschau Juni 2019

- Redaktionsmeldungen

Kinderrechte, Abstammungsrecht, Scheidungsanwalt

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

"Das ist einer Demokratie würdig"

ZDF.de | Heinz Hilgers im Interview mit Katharina Schuster

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat am 3.6.2019 einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Kinderrechte und zur Änderung des Grundgesetzes vorgelegt. Anlässlich des Internationalen Kindertages interviewte ZDF.de den Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds, Heinz Hilgers, zu diesem Thema. Dieser sagt u.a.: "Deutschland hat zwar die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert, dennoch haben wir ein großes Umsetzungsdefizit. Und das beginnt bei einer nicht-kindgerechten Justiz, das setzt sich fort über das Bildungssystem. Da hat Deutschland sehr viel Nachholbedarf."

Eine helfende Hand im Scheidungskrieg (Achtung, Paywall!)

Süddeutsche Zeitung | Rainer Stadler

Der ehemalige Familienrichter Hans-Christian Prestien kämpft seit seiner Pensionierung unentgeltlich für Kinderrechte. Er findet, es fehle "an einer Institution [...], die streitende Eltern befriedet und einen Staat, der Jahr für Jahr Zehntausende Kinder aus ihren Familien nimmt, oft gegen deren Willen, notfalls in die Schranken weist." Prestien schwebt ein multiprofessionelles Team für Kinder an jedem Landgericht vor.

Leiden statt Therapie

Tagesspiegel | Amely Schneider

Gewalt gegen Kinder in pädagogischen und medizinischen Einrichtungen war lange Zeit nicht unüblich. Das zeigen die zahlreichen Fälle, die gerade in den letzten Jahren bekannt wurden; einige davon finden im Artikel Erwähnung. Eine Folge der sich häufenden Medienberichte ist das am 1.10.2017 in Kraft getretene Gesetz zur Einführung eines familiengerichtlichen Genehmigungsvorbehaltes für freiheitsentziehende Maßnahmen bei Kindern. Wie es im Artikel heißt, habe aber vor allem das Sprechen über die Vorfälle und auch über die Risiken, die solche Institutionen mit sich bringen, maßgeblich dazu beigetragen, strukturelle Antworten zu entwickeln.

Lesbische Mütter, schwule Väter

MDR.de

Die Reform des Abstammungsrechtes lässt auf sich warten. Auch wenn Studien inzwischen zu dem Ergebnis kamen, dass nicht die sexuelle Orientierung der Eltern entscheidend für das Wohlergehen und die Entwicklung der Kinder sei, sondern die Beziehungsqualität und das Klima in der Familie. Der Artikel portraitiert zwei homosexuelle Paare mit Kind.

Nach dem Shitstorm

Süddeutsche Zeitung | Vera Schröder

In Deutschland entbrannte Ende 2018 eine hitzige Debatte um Kindeswohl und Kinderrechte: Anlass war der Kinostart des Dokumentarfilms "Elternschule". Die SZ nimmt die Erstausstrahlung der Doku im TV als Anlass, um noch einmal mit kühlem Kopf zurückzublicken und zu resümieren: "Heute erreicht ein Film wie Elternschule auch all jene, die sich womöglich selten einen Dokumentarfilm anschauen - aber das Thema Kindererziehung mit viel Leidenschaft als ein sehr grundsätzliches begreifen. Als ein Thema, das sich in einem enormen kulturellen Wandel befindet. Und für dessen Richtung sie kämpfen. Dass die Filmemacher diesen Wandel nicht mitbekommen haben und sich bis heute wehren, das Grundsätzliche darin zu sehen, das könnte das eigentliche Missverständnis in dieser Debatte sein."

Der Schlussmacher (Achtung, Paywall!)

FAZ | Theresa Weiss

Wieder einmal portraitiert eine große Zeitung einen Scheidungsanwalt. Dieses Mal hat die FAZ Marco Tron getroffen, einen von gut 600 Fachanwälten für Familienrecht in Frankfurt. Er hat laut Artikel bereits um die 900 Ehen und Lebenspartnerschaften beendet und sei "keiner von der zimperlichen Sorte."

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