Familienrechtliche Presseschau Februar 2018

- Redaktionsmeldungen

Schlüsselgewalt, Istanbul-Konvention, Doppelresidenz, Unterhaltsrecht

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

Meine teurere Hälfte

Süddeutsche.de | Wolfgang Janisch

Der Bundesgerichtshof hat am 28.2.2018 entschieden, dass ein Ehegatte die auf seinen Partner laufende Vollkaskoversicherung für das Familienfahrzeug auch ohne dessen Vollmacht kündigen kann. Wolfgang Janisch kommentiert die Entscheidung, bei der es rechtlich um die sogenannte Schlüsselgewalt geht: um "einen Uralt-Paragrafen also, der ein wenig aus der Zeit gefallen ist. Ursprünglich diente die Vorschrift dazu, die Hausfrauenehe sozusagen praktikabel zu machen."

Das Gespenst des dritten Geschlechts

Heise Online (Telepolis) | Frank Stier

Am 1.2.2018 ist die Istanbul-Konvention in Kraft getreten. Mit Deutschland haben jetzt 28 Mitgliedstaaten des Europarats die Konvention ratifiziert. Bulgarien steht nicht auf dieser Liste. In dem Balkanland, "das sich mit Verweis auf die Rettung seiner Juden vor der Vernichtung im Zweiten Weltkrieg als Hort der Toleranz versteht, ist die Diskussion um den völkerrechtlichen Vertrag derart entgleist, dass sie kein gutes Licht wirft auf das geistige Klima", so Frank Stier.

Wie das Wechselmodell gelingen kann – und wie nicht

DerStandard.de | Christine Tragler

"Das Kindschaftsrecht hat Konjunktur", schreibt Anatol Dutta im Editorial des FamRZ-Newsletters 2/2018. Stephan Hammer stellt in FamRZ 2018, Heft 4 Überlegungen zu einer Reform des Kindschaftsrechts an, der Koalitionsvertrag greift das Thema auf und auch der 72. Deutsche Juristentag geht dieses Jahr der Frage nach, ob bei der gemeinsam getragenen Elternverantwortung nach Trennung und Scheidung Reformbedarf besteht. Christine Tragler sammelt für ihren Standard-Artikel Statements von Sachverständigen, die deutlich machen, wie das Modell der Doppelresidenz funktionieren kann.

Mutter, geschieden, pleite

jungle.world | Anja Krüger

Mit dem in Deutschland im Jahr 2008 eingeführten neuen Unterhaltsrecht wurden Männer weitgehend von der Verpflichtung entbunden, die von ihnen geschiedenen Frauen zu versorgen. Eine Reform auf Kosten von Frauen, schreibt Anja Krüger und fasst damit die Bilanz der Gesetzesnovellierung nach zehn Jahren aus ihrer Sicht zusammen.

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