Familienrechtliche Presseschau August 2019

- Redaktionsmeldungen

Leihmutterschaft, Wiederverheiratungsklausel, islamisches Familienrecht, digitaler Nachlass

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

FDP-Expertin will Leihmutterschaft ermöglichen

Tagesspiegel | Rainer Woratschka

Die FDP will Embryonenspende und Leihmutterschaft in Deutschland legalisieren. Sie fordert zudem ein Familienrecht, das nichttraditionelle Familienkonstellationen genauso berücksichtigt und auch eine Mehrelternschaft von bis zu vier Personen akzeptiert. Union und Grünen ist der Vorschlag allerdings nicht geheuer, wie aus einem weiteren Artikel des Tagesspiegels hervorgeht.

Zwei Väter in Geburtsurkunde eingetragen

Potsdamer Neueste Nachrichten | Katharina Weichers

Ein schwules deutsches Ehepaar hat zwei Kinder von einer US-amerikanischen Leihmutter, die nun per Gerichtsbeschluss als Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen werden. Der Artikel gibt einen sehr detaillierten Einblick in den tatsächlichen Ablauf solcher Leihmutterschaften. Unter anderem schildert er, wie einer der Papas für die vier Wochen nach der Geburt bei der Leihmutter einzog – sie hatte noch ein Zimmer in ihrem Haus frei und angeboten, dem unerfahrenen Vater zu helfen.

Piëchs goldene Zügel

Süddeutsche Zeitung | Hendrik Munsberg

Im Testament des kürzlich verstorbenen langjährigen VW-Managers Ferdinand Piëch ist offenbar eine "Wiederverheiratungsklausel" festgelegt. Seine Witwe soll bei einer erneuten Heirat finanzielle Nachteile haben. Bernhard Klinger, Münchner Fachanwalt für Erbrecht, sagt dazu: Dies treffe man typischerweise bei Unternehmern an, "in deren Vorstellungswelt" es nicht passe, "dass sie mal nicht mehr g'schafteln und mitwirken können".

Unauflösliches, wer löst es?

Frankfurter Allgemeine | Joseph Croitoru

Verhindern von Polygamie, einseitiger Trennungen und Heraufsetzung des Heiratsmindestalters: Wo in den Rechtssystemen der islamischen Länder Reformen begegnen, setzen sie häufig beim Familienrecht an. Solche Reformbestrebungen haben zwei amerikanische Rechtswissenschaftlerinnen und eine Rechtsanwältin unlängst für die arabischen Länder umfassend untersucht. Sie konnten dabei nicht nur eine Reihe von Verbesserungen bei den Rechten von Frauen und minderjährigen Mädchen feststellen, sondern meinen auch, den Grund für den Erfolg der Reformversuche ausgemacht zu haben.

"Der Familienzusammenhalt gehört zum Kindeswohl"

RBB | David Donschen

Obdachlose gehören zum Straßenbild Berlins. Doch wenn Kinder dabei sind, wirkt das verstörend. Aber auch daran müsse man sich gewöhnen, so Charlottenburg-Wilmersdorfs Sozialstadtrat. Aus den Familien nehme man die Kinder fast nie.

Probleme mit Erbrecht im digitalen Zeitalter

Welt | Jana Werner

Je weiter die Digitalisierung fortschreitet, umso mehr wird online verwaltet – für Angehörige von Verstorbenen oft ein Problem. Deshalb fordert Hamburgs FDP, das Erbrecht ans digitale Zeitalter anzupassen.

Im Auge von Millionen Betrachtern: Kinderbilder im Netz (ACHTUNG: Paywall!)

Neue Zürcher Zeitung | Cristina Karrer, Patricia Wagner

Kinderbilder überschwemmen die sozialen Netzwerke in nie gekanntem Ausmass. Meist sind es die Eltern, die solche Fotos posten. Laut einer britischen Studie laden Eltern im Durchschnitt 1500 Bilder ihrer Kinder hoch, bevor die Sprösslinge fünf Jahre alt sind. Das sogenannte «Sharenting», wie man das auf Neudeutsch nennt, kommt zunehmend in die Kritik. Ein Video der NZZ beschäftigt sich mit dem Thema. Der Abruf der Sendung kostet Fr. 9,90.

Gericht streicht Angabe „Jungfrau“

Deutschlandfunk | dpa

Frauen in Bangladesch müssen künftig auf der Heiratsurkunde nicht mehr angeben, ob sie Jungfrau – „kumari“ – sind. Das Oberste Gericht in der Hauptstadt Dhaka entschied, das muslimische Familienrecht entsprechend zu ändern. Die Angabe „Jungfrau“ soll durch „unverheiratet“ ersetzt werden.

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