Familienrecht in Europa: Sonderheft 18, 2018

- Redaktionsmeldungen

Vorschau auf die nächste Ausgabe der FamRZ

Am 15.9.2018 erscheint das jährliche Sonderheft 18 der FamRZ mit Schwerpunkt Europäisches Familienrecht. Die Mitglieder des internationalen Beirats der FamRZ sowie weitere Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland berichten auch dieses Jahr zu Gesetzgebung und Rechtsprechung in ihren Ländern.

 

Entwicklungen im Europäischen Personen- und Familienrecht

Kohler und Pintens blicken einführend auch im diesjährigen Heft 18 auf die Entwicklungen im Europäischen Personen- und Familienrecht zurück. Seit der letzten Zusammenfassung in FamRZ 2017, 1441 (Heft 18) [FamRZ-digital | FamRZ bei juris] wird in Deutschland die Begleitgesetzgebung zu den Europäischen Güterrechtsverordnungen und weiteren Rechtsakten der EU vorbereitet. Für Privatscheidungen, die nach dem Sahyouni-Urteil des EuGH nicht unter die Rom III-VO fallen, sollen die Kollisionsnormen dieser Verordnung als deutsches Recht gelten. Die Revision der Brüssel IIa-VO schreitet langsam voran.

Die jüngste Rechtsprechung des EuGH bildet wieder einen Schwerpunkt des Berichts. Danach können bestimmte Rechte eines Unionsbürgers nicht mit der Begründung in Frage gestellt werden, die von ihm in einem anderen Mitgliedstaat geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe werde in seinem Herkunftsstaat nicht anerkannt. Ferner sind erste Urteile zur EuErbVO ergangen, auch hat der EuGH erstmals das Haager Unterhaltsprotokoll von 2007 ausgelegt. Entwicklungen aus dem Europarat betreffen das Protokoll Nr. 16 zur EMRK, das eine Gutachtenzuständigkeit des EGMR vorsieht, und bei der Haager Konferenz für IPR gehen die Arbeiten für das Projekt Abstammung und Leihmutterschaft voran.

 

Künstliche Fortpflanzung in Frankreich - nachehelicher Unterhalt in Italien

In Frankreich musste im vergangenen Jahr wieder auf die Frage der Anerkennung der Wirkungen eines im Ausland rechtmäßig abgeschlossenen Leihmutterschaftsvertrags (gestation pour autrui) eingegangen werden. Aktuell ist ebenfalls das angekündigte Überarbeitungsverfahren der Bioethik-Gesetze in Gang gesetzt worden. Im Rahmen dessen wird die in Frankreich hoch heikle Frage des Zugangs zur künstlichen Fortpflanzung (procréation médicalement assistée [PMA]) von gleichgeschlechtlichen Paaren debattiert werden, nachdem die États généraux der Bioethik (beratende Versammlungen von Interessierten) zwischen Februar und April 2018 stattgefunden haben. Zum Schluss berichten die Autoren des Beitrags, Ferrand und Francoz-Terminal, auch über das Scheidungsrecht, um eine erste Bilanz der jüngeren Reform zu ziehen und eine neue Reform anzukündigen.

In Italien erging am 11.7.2018 eine grundlegende Entscheidung der Vereinigten Zivilsenate des italienischen Kassationshofs (Nr. 18287). Diese wird weitreichende Folgen für die Zubilligung und die Bemessung des nachehelichen Unterhalts haben, so Patti in seinem Artikel. In der Schweiz trat am 1.1.2018 die Novelle des Adoptionsrechts in Kraft, worüber Hausheer berichtet. Außerdem beschäftigte dort der erste Bundesgerichtsentscheid zum neuen Betreuungsunterhalt Wissenschaft und Praxis.

 

Alle weiteren Länderberichte auf einen Blick

Weitere Berichte befassen sich mit aktuellen Entwicklungen im Familienrecht, Personenrecht und Erbrecht in

  • Belgien (von Prof. Dr. Dr. h. c. Walter Pintens)
  • Griechenland (von Prof. Dr. Achilles G. Koutsouradis)
  • Irland (von Dr. Brian Sloan)
  • Niederlande (von Prof. Dr. Willem Breemhaar)
  • Norwegen (von Prof. Dr. Thomas Eeg)
  • Österreich (von Prof. Dr. Susanne Ferrari)
  • Portugal (von Prof. Dr. Guilherme de Oliveira)
  • Serbien (von Prof. Dr. Olga Cvejić Jančić und Doc. Dr. Melanija Jančić)
  • Slowakei (von Dr. Robért Dobrovodský)
  • Tschechische Republik (von Prof. Dr. Lenka Westphalová)
  • Ungarn (von Dr. Orsolya Szeibert)

Auch im Rechtsprechungsteil der FamRZ 2018, Heft 18 liegt der Schwerpunkt auf IPR, europäischem Recht und deutschem Recht mit Auslandsbezug. Zudem erwarten Sie mehrere Buchbesprechungen zu thematisch relevanten Veröffentlichungen.

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