Elternzeit, Frau im Scharia- Rat, Zwangsmaßnahmen, Wechselmodell

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Familienrechtliche Presseschau Mai 2017

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

 

Elternzeit vorbei – Job weg!

littleyears.de | Sandra Runge

Die Juristin und Bloggerin Sandra Runge stellt fest, dass es noch immer richtig schwierig ist, Familie und Job zu vereinbaren und noch immer sind meistens die Frauen die Leidtragenden.Noch immer reagieren weder Wirtschaft, noch Politik, noch Gesellschaft. Sie berichtet, es gehe sogar so weit, dass immer noch ständig Mütter aus ihren Jobs gemobbt werden, oder dass die Stelle einfach weg ist, sobald die Frau aus der Elternzeit zurückkehrt. Es ist Sandra Runge selbst so ergangen. Die Juristin hat sich das natürlich nicht gefallen lassen, sie ging vor Gericht. Zurück wollte sie dann aber gar nicht mehr, sie hat sich lieber selbstständig gemacht. Und vor kurzem auch noch ein Buch herausgebracht. In ihrem Blog fordert sie neue Vereinbarkeits- Gesetze, um endlich etwas zu ändern und liefert auch gleich Vorschläge für deren Gestaltung.

 

Erste Frau wird Mitglied des Scharia-Rats

Neue Zürcher Zeitung | Ulrich Schmid

Ein begeistert begrüßtes Novum: In Israel ist zum ersten Mal eine Frau zur Scharia-Richterin ernannt worden. Das freut muslimische Frauengruppen, erzürnt aber ultraorthodoxe Juden und Linke. Die Kommission für juristische Ernennungen der Regierung hat Anfang Mai Hana Mansur-Khatib, eine auf Familienangelegenheiten spezialisierte Anwältin, ins hohe Amt eines Kadi befördert. Sämtliche neun Mitglieder sprachen sich für Mansur-Khatib aus, sogar die Vertreter der ultraorthodoxen Shas-Partei. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, wird die Richterin in den kommenden Wochen von Präsident Rivlin vereidigt.

 

„Ein zentraler familienpolitischer Kampf unserer Zeit“

Welt N24 | Sabine Menkens

Jedes Jahr sind 200.000 Kinder neu von Scheidungen und Trennungen betroffen. Der Welt Artikel befasst sich mit der Frage: Sollen sie bei einem Elternteil leben – oder gleich viel Zeit bei Vater und Mutter verbringen? Forscher sollen bald mehr Klarheit schaffen. Stefan Rücker ist Psychologe am Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Uni Bremen und Leiter der Forschungsgruppe Petra. Im Auftrag des Familienministeriums arbeitet er an der Studie „Kindeswohl und Umgangsrecht“. „Die Frage des Umgangs nach Trennung und Scheidung ist einer der zentralen familienpolitischen Kämpfe unserer Zeit“, meint der Psychologe. „Wir machen, entgegen der Annahme einiger Lobbygruppen, keine Wechselmodellstudie. Das Thema Kindeswohl und Umgang ist komplex, sodass es am Ende vermutlich keine eindeutige Empfehlung zugunsten eines speziellen Betreuungsmodells geben wird.“

 

Regeln für Zwangsmaßnahmen

Taz.de | Kaija Kutter

Wie taz.de berichtet, befasste sich der Ethikrat mit einer Debatte, die bisher keine öffentliche Bühne fand – dem „wohltätigen Zwang“ in der Jugendhilfe. Wie es in dem Artikel heißt, würden CDU und SPD noch vor den Neuwahlen versuchen, ein umstrittenes Gesetz durchzubringen. Dieses soll Zwangsmaßnahmen, wie Fixierungen oder räumliche Isolierung bei Kindern und Jugendlichen regeln. Doch jetzt setzt sich zumindest die SPD dafür ein, dieses Gesetz in einer öffentlichen Anhörung zu diskutieren, bei der auch die Kritiker zu Wort kommen sollen.

 

Eine Woche Mama, eine Woche Papa

Süddeutsche Zeitung | Ann-Kathrin Eckardt

Auch die Süddeutsche Zeitung hat sich mit der BGH-Entscheidung zum Wechselmodell beschäftigt und ihr Buch Zwei gewidmet. Die Ansichten gehen beim Thema Wechselmodell weit auseinander: Für die einen sei es die Möglichkeit, das Wohl der Kinder, den Beruf und die eigene Freiheit nach einer Trennung bestmöglich zu vereinen. Für die anderen sei es der blanke Horror, der nicht nur sie selbst zerstört, sondern auch das Liebste, was sie haben, ihre Kinder, so die Autorin. Vereint sind beide Seiten nur in ihrem Ziel: Alle wollen das Beste für die Kinder. Die Fragen, die sich nun die Autorin stellt, sind: Was ist das? Kann das Wechselmodell, das so vernünftig und doch so nach Zerreißprobe klingt, gut sein für den Sohn oder die Tochter? Dient, was gerecht ist, immer dem Kindeswohl? Wie lebt es sich, wenn man zwar zwei Kinderzimmer hat, aber die Freunde nur alle zwei Wochen treffen kann? Und wie fühlt es sich an, plötzlich Teilzeitmama oder -papa zu sein?

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