Ehe für alle, Vaterschaftstest, Geschlechtsidentität, vertauschtes Kind, Unterhaltspflicht

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Familienrechtliche Presseschau Juni 2017

Die FamRZ verfolgt für Sie die Berichterstattung in den Medien zu aktuellen familienrechtlichen Themen. Einmal monatlich veröffentlichen wir auf famrz.de einen Überblick über die interessantesten Artikel – zum Weiterlesen, Diskutieren oder Wundern.

 

Ehe für alle: Kleiner Schritt, großer Sprung

Süddeutsche Zeitung | Heribert Prantl

Ein großes Thema der letzten Tage war die Verabschiedung des Gesetzentwurfs "zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts". Auch Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung hat sich im Vorfeld dazu geäußert. So gab es ja seit 2001 die Lebenspartnerschaft, die sogenannte Homo-Ehe. Doch nun wirft der Gesetzentwurf Fragen dazu auf: Wird diese Lebenspartnerschaft nun quasi zur Ehe aufgewertet, gibt es ein automatisches Upgrading? Und muss das verpartnerte Paar dann dem Upgrading widersprechen, wenn es die volle Ehe gar nicht will? Nach Prantls Ansicht geht das geplante Gesetz einen anderen Weg; Es gebe vielmehr ein "Opt-in" und schlussendlich gebe es dann die Ehe für alle, sonst nichts.

 

Leichnam von Salvador Dalí wird für Vaterschaftstest exhumiert

Süddeutsche Zeitung

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat ein Gericht in Madrid die Exhumierung von Salvador Dalí angeordnet: für einen Vaterschaftstest. Zur Begründung führte die zuständige Richterin an, es gebe keine persönlichen Gegenstände mehr von Dalí, die für einen Test verwendet werden könnten. 

 

Geschlechtsidentität - Nicht Mann, nicht Frau

Zeit Magazin | Rebecca Hirschmüller

„Die Welt ist nicht schwarz oder weiß.[….] Sie bringt mehr hervor als Mann und Frau.“ So heißt es im Zeit Magazin. Geschlechtergrenzen seien fluide, Männlichkeit und Weiblichkeit keine Gegensätze mehr. Die Fotografin Rebecca Hirschmüller hat für ihr Projekt „non-binary identity“ in Berlin Menschen besucht, die dafür kämpfen, endlich aus der binären Geschlechterlogik ausbrechen zu können. Ihre Bilder nun veröffentlichten Bilder sollen den Betrachter dazu auffordern, sich von seinen eigenen Vorurteilen zu verabschieden.

 

Gericht spricht Familie 90 .000 Euro für vertauschtes Kind zu

Welt | Anna Kröning

Wie die Welt berichtet, erfuhr eine Frau aus Österreich erst mit Mitte 20, dass ihre Blutgruppe nicht zu der in den Geburtsunterlagen passte. Daraufhin kam man zu dem Schluss, dass sie als Baby vertauscht wurde – und klagte erfolgreich gegen die Klinik. Die Familie bekommt nun 90 000 Euro, weil ihre Tochter vertauscht worden ist. Das Landgericht Graz sah es in dem Zivilprozess als erwiesen an, dass es 1990 im Landeskrankenhaus zur Verwechslung zweier Neugeborener gekommen war.

Abhandlungen zu diesem Thema finden Sie hier: FamRZ 2010, 505 und FamRZ 2015, 1149.

 

Schafft die Ehe ab

Der Bund | Bettina Weber

Wie der Bund im Juni berichtet, steht es schlecht um die Erfolgsbilanz der Ehe. In der Schweiz liege die Scheidungsquote bereits bei 42 Prozent – nach Meinung von Bettina Weber sieht ein Erfolgsmodell eher anders aus. Auf ein Finanzgeschäft mit einem derartigen Risiko würde sich niemand einlassen, doch unbeirrt werde an der Institution Ehe festgehalten. Letztes Jahr heirateten in der Schweiz 40 816 Paare – 16 777 Paare ließen sich scheiden. Für die Autorin ist deshalb klar: Die Ehe ist kein Garant für Stabilität, keine Lebensform, die überlegen ist oder gar besonders erfolgreich. Trotzdem liebe die Politik die Ehe. Denn Ehe bedeute immer auch: Familie. Und Familie sei gut, alle seien für die Familie.

 

Es ist richtig, dass Frauen geschützt werden

Neue Zürcher Zeitung | Katharina Fontana

Für die Neue Zürcher Zeitung berichtet Katharina Fontana über das Bundesgerichtsurteil zur Unterhaltspflicht. Dieses stellt klar, dass Männer nicht mehr vor Gericht eine Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge fordern können, wenn sie ihr Einkommen absichtlich vermindern, um der Ex-Partnerin zu schaden. Vielmehr blieben sie der Frau weiterhin die ursprünglich geschuldete Summe schuldig. Der beste Schutz vor Unterhaltszahlungen sei – so Fontana - ein partnerschaftliches Lebensmodell.

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