Bezahlter Erziehungsurlaub in den OECD-Ländern

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Eltern in Ost- und Mitteleuropa am großzügigsten gefördert

Der Economist hat jüngst ein Diagramm veröffentlicht, das veranschaulicht, wie großzügig die Mitgliedsstaaten der OECD bei der Gewährung und Bezahlung von Erziehungsurlaub sind. Unter den 38 aufgeführten Ländern liegt Deutschland auf dem 12. Platz.

Länder Ost- und Mitteleuropas sind Spitzenreiter – USA auf letztem Platz

Alle OECD-Mitglieder sind Länder mit hohem Pro-Kopf-Einkommen. Laut Economist unterscheiden sich ihre Elternzeit-Modelle stark: So gäben viele der OECD-Mitgliedsstaaten ihren Eltern zwar das Recht, lange Erziehungsurlaub zu nehmen; doch sie gewährten Lohnersatzleistungen in unterschiedlichen Höhen und Zeitspannen. Um diese verschiedenen Ansätze vergleichbar zu machen, nutzt der Economist zur Erstellung seiner „Daily Chart“ den sogenannten „full-pay equivalent“. Es wurde also errechnet, welcher Teil der gewährten Elternzeit durch einen Ersatz des vollständigen Durchschnittslohns eines Elternteils abgedeckt wäre.

Dabei schneiden vor allem die Länder Ost- und Mitteleuropas gut ab: Mütter in Estland und Ungarn können zum Beispiel bis zu drei Jahre zuhause bleiben und erhalten für etwa 1,5 Jahre Förderung in der Entsprechung des vollen Durchschnittsgehalts. Auf den unteren Plätzen des Rankings landen Länder wie Australien, Großbritannien, Irland oder die Schweiz, die den Durchschnittslohn nur drei Monate oder weniger zahlen. Auf dem letzten Platz liegen die USA, die als einziges Land gar keine bezahlte Elternzeit gewähren.

Erziehungsurlaub für Väter

Die meisten OECD-Mitglieder geben auch den Vätern die Möglichkeit, sich um die Kindererziehung zu kümmern. Nur wenige Länder bezahlen ihnen allerdings mehr als zwei Wochen Erziehungsurlaub. Spitzenreiter sind hier Japan und Südkorea, die ihren Männern ein ganzes Jahr Elternzeit ermöglichen. In Japan werden davon sogar 34 Wochen in der Entsprechung des Durchschnittslohns gefördert.


Quelle: Daily Chart des Economist vom 18. Oktober 2016 „Which countries are most generous to new parents?“ (basierend auf Daten der OECD)

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