Zum Tag des vermissten Kindes am 25. Mai 2017

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„Kinder dürfen nicht Opfer eines Konflikts ihrer Eltern werden“

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. berichtet, dass jährlich weltweit viele hundert Kinder das gleiche Schicksal erleiden: Sie werden von einem Land in ein anderes entführt, weil die Eltern sich getrennt haben. Mit Information, Beratung und Mediation ließen sich, nach Ansicht des Deutschen Vereins, viele grenzüberschreitende Kindesentführungen vermeiden.

Kinder sind die Leidtragenden

Für die Kinder bedeute eine Entführung, dass sie sich plötzlich in einer fremden Umgebung wieder finden, in der sie oft niemand versteht und sie niemanden verstehen. Der andere Elternteil, die Freunde und vielleicht auch die Verwandten sind tausende Kilometer weit weg. Diese Kinder vermissen alles, was sie hatten, auch den sozialen Halt. Gleichzeitig werden sie von den Verlassenen vermisst. Hinzu komme, dass in vielen Fällen das öffentliche Mitgefühl in erster Linie den Eltern gelte, da diese über ihr Schicksal reden könnten. „Die Kinder haben in der Regel keine Stimme, ihre Nöte hört und sieht man nicht. Sie werden zum Opfer eines Konfliktes ihrer Eltern“, so Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V..

Präventive und frühzeitige Beratungen nutzen

Die Eltern, die eine grenzüberschreitende Kindesentführung befürchten, sollen sich frühzeitig informieren und beraten lassen – zum Beispiel über die Möglichkeiten einer Mediation. Dazu hat der Internationale Sozialdienst (ISD) im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. den Leitfaden „Familienkonflikte bewältigen“ herausgegeben. Der Deutsche Verein sieht diePrävention in solchen Situationen als besonders wichtig an. Ist ein Kind erst einmal ins Ausland entführt, könne es schwer werden, eine Lösung zu finden.

Der ISD als Anlaufstelle

Der ISD bietet Hilfe bei drohenden oder bereits eingetretenen Fällen von grenzüberschreitender Kindesentführung. Er berät, informiert und  vermittelt auch Mediationen. Dabei steht das Kindeswohl immer im Zentrum der Arbeit. Als „Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte“ (ZAnK) steht der ISD im Auftrag der Bundesregierung

  • Privatpersonen und Fachleuten zur Verfügung,
  • stellt Kontakte zu anderen Ansprechpartnern her und
  • versucht, Konflikte zwischen Eltern einvernehmlich zu lösen.

Auf den Seiten von ZAnK können erste Informationen abgerufen werden, die telefonische Beratung ist kostenfrei und findet so oft statt, wie erforderlich. Hier gibt es auch eine spezielle Seite für Kinder.

Der Internationale Sozialdienst und der Deutsche Verein

Der Internationale Sozialdienst (ISD) ist die deutsche Zweigstelle des International Social Service und Arbeitsfeld im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. Der ISD bearbeitet Fälle mit Auslandsbezug und berät bundesweit kostenfrei die Träger der Sozialarbeit, Behörden, Gerichte, Rechtsanwälte und Privatpersonen. Dabei steht das Kindeswohl im Mittelpunkt. Weitere Informationen zum ISD und seiner Arbeit finden Sie hier.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist

  • das gemeinsame Forum von Kommunen und
  • Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer
  • Einrichtungen,
  • der Bundesländer,
  • der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste und von
  • den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts.

Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a.

  • der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik,
  • der Sozial- und Altenhilfe,
  • der Grundsicherungssysteme,
  • der Pflege und Rehabilitation.

Der Deutsche Verein wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Quelle: Pressemitteilung des Deutscher Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. vom 24.05.2017

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