Sammelung von Rechtssprechungen in Bücher im Regal

Häusliche Gewalt: Unter fünf Prozent der Fälle werden angezeigt

- Pressemitteilungen

BKA veröffentlicht Ergebnisse der LeSuBiA-Studie

Nach einer neuen Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamts (BKA) werden Gewalterfahrungen in Deutschland nur in einem Bruchteil der Fälle bei der Polizei angezeigt. Die Anzeigequoten liegen demnach – unabhängig von der Gewaltform – meist unter zehn Prozent; bei psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Partnerschaften sogar unter fünf Prozent. Grundlage sind Befragungsdaten der Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)“, die das BKA gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesfamilienministerium durchgeführt hat.

 

Besonders betroffen: Frauen, Jüngere, Menschen mit Migrationshintergrund und LSBTIQ*

Die Untersuchung zeigt zudem, dass Frauen häufiger und stärker von partnerschaftlicher bzw. geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind – insbesondere bei sexuellen Übergriffen, sexueller Belästigung und Stalking. Zugleich seien Frauen und Männer in den letzten fünf Jahren ähnlich häufig von psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Partnerschaften betroffen, Frauen erlitten jedoch häufiger Verletzungen, empfänden größere Angst und schätzten die Lebensgefahr höher ein.

Auffällig ist laut Studie auch ein Altersgefälle: Junge Menschen berichten deutlich häufiger Gewalterfahrungen, etwa bei digitaler Gewalt, sexueller Belästigung oder verabreichten K.-o.-Tropfen. Besonders stark belastet seien außerdem Personen mit Migrationshintergrund sowie Angehörige der LSBTIQ*-Community.

 

Breite Datengrundlage – Fokus auf Prävention und Hilfen

LeSuBiA basiert auf rund 15.000 Befragten im Alter von 16 bis 85 Jahren, die zwischen Juli 2023 und Januar 2025 unter anderem zu Partnerschaftsgewalt, sexualisierter Gewalt, Stalking und Gewalt im digitalen Raum befragt wurden. Ziel ist laut BKA, die Diskrepanz zwischen Hell- und Dunkelfeld besser zu erfassen und eine belastbare Grundlage für Prävention, Opferschutz und die Weiterentwicklung von Hilfsangeboten zu liefern.

Weitere Zahlen sind der Pressemitteilung des BKA zu entnehmen. Mehr Informationen finden Sie auf der Website von LeSuBiA.

 

Zurück