Mehr Hilfe für pflegende Kinder und Jugendliche

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Projekt „Pausentaste“: Telefon-Hotline und E-Mail-Beratung für Betroffene

Auf dem Fachtag „Kinder und Jugendliche mit Pflegeverantwortung“ in Berlin stellte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey am 7.5.2018 das Projekt „Pausentaste“ vor. Dieses stellt pflegenden Kindern und Jugendlichen ein bundesweites Beratungsangebot zur Verfügung. Ziel ist es, Überlastungen abzubauen und einer Isolation der Betroffenen entgegenzuwirken.

 

230.000 Kinder und Jugendliche pflegen Angehörige

Nach einer Befragung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) versorgen und pflegen rund 230.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland substanziell und regelmäßig Angehörige. Oft machen sie sich große Sorgen. Sie haben meistens neben Schule und Pflege nur wenig Freizeit, sind körperlich angestrengt und haben niemanden, um über ihre Situation zu reden. „Sie fühlen sich allein gelassen“, so Giffey. „‘Pausentaste‘ hilft direkt: Anrufen, mailen - da gibt es jemanden, der zuhört. Und darüber reden, das hilft.“

Junge Pflegende können jederzeit auch anonym anrufen oder eine E-Mail schicken. www.pausentaste.de richtet sich aber nicht nur an pflegende Kinder und Jugendliche. Mit dem Projekt sollen auch Lehrerinnen und Lehrer, ambulante Pflegedienste, Sozialdienste an Schulen und Kliniken sowie Jugendorganisationen und die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

 

Die drei Säulen des Projekts

Das Projekt besteht im Wesentlichen aus der Website, einer Telefon-Hotline und einer E-Mail-Beratung. Die Internetseite präsentiert seit dem 1.1.2018

  • Erfahrungsberichte
  • Interviews
  • Videos
  • Hinweise auf Beratungsangebote vor Ort.

Auch Informationen zu Erkrankungen und Leseempfehlungen werden zur Verfügung gestellt, alles optimiert für mobile Endgeräte. Demnächst geht auch ein Chat an den Start.

„Nummer gegen Kummer“ e.V. übernimmt die Telefon- und E-Mail-Beratung für ratsuchende pflegende Kinder und Jugendliche. Diese können sich kostenlos an die Hotline des Kinder- und Jugendtelefons der „Nummer gegen Kummer“ wenden – unter der Nummer 116 111 oder rund um die Uhr per E-Mail über www.nummergegenkummer.de. Die Hotline ist von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr erreichbar. An Samstagen gibt es zudem eine „Peer-to-Peer“–Beratung durch ehrenamtliche Beraterinnen und Berater im Alter von 16 bis 21 Jahren.

Im Juli 2017 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zudem ein Netzwerk zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Pflegeverantwortung ins Leben gerufen. Bisher nehmen 20 Initiativen teil. Dem Netzwerk gehören u.a. verschiedene Hilfetelefone und Interessenvertretungen pflegender Angehöriger an.

 

Quelle: Pressemitteilung des BMFSFJ vom 7.5.2018

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