Familiennamen bei der Heirat

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Gesellschaft für deutsche Sprache befragt Standesämter und Ehepaare

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat deutsche Standesämter gebeten, für eine Studie genaue Zahlen zur Wahl des Nachnamens bei der Eheschließung zu nennen. In einer Pressemitteilung hat sie nun die ersten Zahlen veröffentlicht. Die vollständige Studie wurde noch nicht veröffentlicht.

 

In ¾ aller Fälle wird Nachname des Mannes gewählt

Vorläufige Ergebnisse sind, dass heutzutage bei ca. drei Vierteln aller Eheschließungen in Deutschland der Name des Mannes zum gemeinsamen Ehenamen wird. Vor 40 Jahren waren es noch 98 %, die Zahl ist somit deutlich zurückgegangen. Dennoch entscheiden sich heute nur 6 % der Paare für den Familiennamen der Frau – etwa doppelt so häufig kommt es vor, dass beide Partner ihren eigenen Namen behalten.

Von der Möglichkeit, einen Doppelnamen zu wählen, machen heute etwa 8 % der Paare Gebrauch. Waren es vor 40 Jahren zu 96 % die Frauen, die einen Doppelnamen annahmen, entscheiden sich mittlerweile gut 12 % der Männer, einen Doppelnamen zu tragen. Ausführliche Daten erhielt die GfdS von 174 Ämtern für die Jahre 1976, 1986, 1996, 2006 und 2016. Durchschnittlich wurden 20.000 Eheschließungen pro Jahrgang erfasst.

 

Gründe für die Wahl des Familiennamens vielfältig

Die GfdS fragte Ehepartner auch nach den Gründen für ihre Namenswahl. Wie die Umfrage zeigt, ist ausschlaggebend besonders der Wunsch, einen gemeinsamen Familiennamen zu führen. Dies treffe gerade dann zu, wenn die Paare Kinder haben oder planen. Alternativ werde oft ein Doppelname gewählt, der aber oft einen Kompromiss darstelle. Entscheidet sich das Paar für den Familiennamen des Mannes, werde dies häufig mit Tradition begründet. Diese Argumentation werde vor allem von den Männern selbst genutzt. Sie empfänden es mitunter als ein Zeichen von Schwäche, wenn sie den Namen ihrer Frau annehmen.

Folgende weitere Gründe für ihre Namenswahl wurden von den Befragten genannt:

  • Der Name der Familie soll weitergeführt werden (weil er selten ist, weil er sonst in der Familienlinie ausstürbe, weil er ein Teil der eigenen Wurzeln darstellt)
  • berufliche Karriere wird mit Namen verbunden
  • ästhetische Gründe (welcher der beiden Namen wird als schöner wahrgenommen, welcher Nachname klingt mit welchem Vornamen besser)

 

Gesellschaft für deutsche Sprache

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist eine politisch unabhängige Vereinigung zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. Zu ihren Aufgaben gehört seit der Gründung im Jahr 1947:

  • Bewusst machen: Das Bewusstsein für die deutsche Sprache in der Öffentlichkeit vertiefen
  • Pflegen: Die deutsche Sprache in ihrer Funktion in der Welt pflegen
  • Beobachten: Die Sprachentwicklung kritisch beobachten
  • Beraten: Empfehlungen für den allgemeinen Sprachgebrauch auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung geben

Die GfdS wird von der Bundesregierung (Beauftragte für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und von den Regierungen der Bundesländer (Kultusministerkonferenz) gefördert.

 

Quelle: Pressemitteilung der GfdS vom 19.12.2018

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