Datenreport "Frühe Hilfen 2017" des NZFH erschienen

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Familien in Armut stärker von psychosozialer Mehrfachbelastung betroffen

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat den Datenreport „Frühe Hilfen 2017“ herausgegeben. Dieser enthält Daten, Analysen und Ausblicke zur Entwicklung der Frühen Hilfen in Deutschland und stellt Ergebnisse unterschiedlicher wissenschaftlicher Studien vor, unter anderem Daten der Studie „Kinder in Deutschland – KiD 0-3“ des NZFH. Zugleich beleuchtet der Bericht die Faktoren, die es Kommunen erschweren, mehr Gesundheitsfachkräfte in den Frühen Hilfen einzusetzen. Der Report entstand gemeinsam mit dem Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts e.V. (DJI) und der Technischen Universität Dortmund.

 

Kommunen beklagen Fachkräftemangel und zu niedriges Budget

„Frühe Hilfen 2017“ stellt u.a. dar, dass Eltern mit Sozialleistungsbezug deutlich belasteter sind als Eltern, die nicht auf Transferleistungen angewiesen sind. So geben 28,4 Prozent der Befragten mit Sozialleistungsbezug vier und mehr Belastungsmerkmale an wie „jemals Gewalt in einer Partnerschaft“ oder „Anzeichen einer Depression“. Bei Eltern ohne staatliche Förderung sagten dies nur 3,7 Prozent.

Über die Hälfte der Kommunen nennt im Bericht Fachkräftemangel und zu knapp bemessene finanzielle Ressourcen als Begründung für eine Unterversorgung. Beispielsweise wird nur knapp jede fünfte Familie, die in Armut lebt und angesichts der Mehrfachbelastung in der Fürsorge für ihren Säugling beeinträchtigt ist, von einer Familienhebamme oder einer vergleichbaren Gesundheitsfachkraft betreut. Vor dem Hintergrund eines erneuten Geburtenanstiegs von sieben Prozent im Jahr 2016 muss mit einer wachsenden Versorgungslücke gerechnet werden.

 

NZFH begleitet Frühe Hilfen wissenschaftlich

Der neue Datenreport beinhaltet zentrale Ergebnisse aus der Evaluation der Bundesinitiative Frühe Hilfen, die zum 31.12.2017 endete. Seit dem 1.1.2018 fördert die Bundesstiftung Frühe Hilfen dauerhaft die Netzwerke Frühe Hilfen sowie die Angebote zur psychosozialen Unterstützung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern. Das NZFH wird die Entwicklung in den Frühen Hilfen auch zukünftig wissenschaftlich begleiten und darüber berichten.

Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI). Das NZFH wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen und Ressourcen früher zu erkennen, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern.

Den Datenreport "Frühe Hilfen 2017" können Sie auf der Website www.fruehehilfen.de kostenfrei herunterladen.

 

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 4.7.2018

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