Bundeskooperationskonzept zum Kinderschutz gestartet

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Menschenhandel mit Minderjährigen soll bekämpft werden

Am gestrigen Europäischen Tag gegen Menschenhandel stellte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey das Konzept für eine engere Zusammenarbeit im Kinderschutz zur Bekämpfung von Menschenhandel mit Minderjährigen in Deutschland vor. Dieses bietet eine Handlungsorientierung für eine vernetzte und abgestimmte Zusammenarbeit von u.a. Polizei, Jugendamt und Fachberatungsstellen. Es wurde von

  • der Kinderschutzorganisation ECPAT Deutschland e.V.,
  • dem Bundesweiten Koordinierungskreis gegen Menschenhandel – KOK e.V.
  • dem Bundeskriminalamt

gemeinsam mit der Praxis erarbeitet. Es bündelt Wissen, um eine Verantwortungsgemeinschaft für jedes betroffene Kind zu schaffen. So sollen Kinder umfassend Hilfe erhalten und künftig besser vor Menschenhandel und Ausbeutung geschützt werden.

 

Kinder häufig nicht als Opfer von Ausbeutung erkannt

Laut Bundeskriminalamt gab es im Jahr 2017 insgesamt 171 minderjährige Opfer von Menschenhandel in Deutschland. Berichte von Beratungsstellen legen jedoch nahe, dass die Zahl weit höher ist. Formen des Menschenhandels mit Minderjährigen seien, so das BMFSFJ, vor allem

  • sexuelle Ausbeutung,
  • Ausbeutung in so genannten „Bettel-Banden“,
  • Ausbeutung zur Begehung von Straftaten,
  • Ausbeutung zur Arbeit, z.B. auf dem Bau.

Häufig würden Kinder und Jugendliche nicht als Opfer erkannt. Grund dafür sei, dass sie in einer extremen psychischen, emotionalen oder tatsächlichen Abhängigkeit von den Ausbeuterinnen und Ausbeutern stehen – organisiert von kriminellen Netzwerken. Kinder würden dabei zum Beispiel auf Schulhöfen angesprochen, mitunter seien aber auch Mitglieder der Familien der Opfer an der Ausbeutung beteiligt. Menschenhandel mit Kindern in Deutschland sei Realität, so das BMFSFJ weiter. Dies zeige u.a. der aktuelle Fall in Staufen.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey:

Gegen diese Form der modernen Sklaverei des 21. Jahrhunderts müssen wir konsequent vorgehen. Wir wollen Fachkräfte dabei unterstützen, Menschenhandel und Ausbeutung von Kindern zu erkennen, denn das ist die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung und für Schutz und Hilfe. Wir brauchen eine bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Nur wenn Polizei, Jugendämter, Jugendhilfe, Fachberatungsstellen und Kinderschutzambulanzen eng kooperieren, haben wir eine Chance, dem Handel mit und der Ausbeutung von Kindern Einhalt zu gebieten. Wir müssen besser organisiert sein als die organisierte Kriminalität. Dazu dient das heute vorgestellte Kooperationskonzept.

 

Bremen und Berlin geben Anstoß für die Umsetzung

Der Bund unterstützt Länder und Kommunen, um die auf der Bundesebene entwickelten Empfehlungen auf die Länderebene anzupassen und umzusetzen. Ziel ist die konkrete Verbesserung und Stärkung verankerter Schutz- und Hilfestrukturen für von Ausbeutung und Handel gefährdete Kinder und Jugendliche. Den Weg bereiten Berlin und Bremen, die als erste Bundesländer bereits den Anstoß für die Umsetzung des Konzeptes gegeben haben. Dafür steht die Beratung durch ECPAT zur Verfügung.

Das Bundeskooperationskonzept „Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“ ist unter www.bmfsfj.de/bundeskooperationskonzept verfügbar.

 

Quelle: Pressemitteilung 073 des Bundesfamilienministeriums vom 18.10.2018

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