15. Kinder- und Jugendbericht: Anspruch eigenständiger Jugendpolitik

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Pressemitteilung des BMFSFJ vom 1. Februar 2017

Am 1. Februar hat das Bundeskabinett die Stellungnahme zum 15. Kinder- und Jugendbericht beschlossen. Erstmals erscheint der Bericht mit begleitender Jugendbroschüre. Anhand des Berichtes zeichnet sich ein aktuelles Bild der Lebenslagen und des Alltagshandeln Jugendlicher und junger Erwachsener ab. Das Jugend- und junge Erwachsenenalter zeigt sich als eine eigenständige Lebensphase mit besonderen Herausforderungen, die einer Eigenständigen Jugendpolitik bedarf.

„Jung sein heute“

Im Auftrag der Bundesregierung wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des DJI, der 15. Kinder- und Jugendbericht mit dem Titel „Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten -Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter“ erarbeitet. So werde nicht nur durch den demografischen Wandel und die Migrationsgesellschaft „Jung sein heute“ beeinflusst, sondern auch durch sozioökonomische Rahmenbedingungen und die Einbettung in Bildung, Ausbildung und Beschäftigung. Der Bericht betrachtet die verschiedenen Bezugspunkte der Jugendlichen im Alltag (Familie, Gleichaltrige, Partner) sowie Jugendkulturen und –szenen. Weitere Punkte des Berichtes sind das Verhältnis von Jugend:

  • zu Politik und Religion
  • zu Gegenwart und Zukunft
  • bei regional unterschiedlichen Rahmenbedingungen
  • im Kontext von Mobilität, Digitalisierung und Globalisierung
  • und zum digital- vernetzten Leben

Nicht zuletzt zieht der Bericht auch eine Zwischenbilanz zur Ganztagsschule aus der Sicht der Jugendlichen und analysiert die Situation und die Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der sozialen Dienste im gesellschaftlichen Wandel.

„Jugend ermöglichen“

Das Leitmotiv des Jugendberichtes ist „Jugend ermöglichen“. Politik und Gesellschaft sollen Bedingungen schaffen, unter denen Jugendliche und junge Erwachsene die Herausforderungen dieser Lebensphase meistern können. Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, fordert, dass sich die Jugendpolitik an zwei Maßstäben orientieren soll: „… an Interessen und Bedürfnissen der Jugend selbst und am Zusammenwirken aller Akteure für eine jugendgerechte Gesellschaft.“

Prof. Dr. Thomas Rauschenbach sieht Jugend nicht als individuelle Aufgabe des Einzelnen, sondern unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der gesellschaftliche Rahmen, in dem Jugendliche aufwachsen, sollte genauer betrachtet und möglicherweise auch verändert werden.

Neue Broschüre

Im Zusammenhang mit dem Kinder- und Jugendbericht wurde am 1. Februar auch die neue Broschüre „Jugend ermöglichen!“ vorgestellt. Nicht nur die Fachwelt, sondern auch alle Interessierten, insbesondere aber die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um die es im Bericht geht, sollen mit Hilfe der Broschüre diskutieren. Sie ist eine verständliche Aufbereitung von zentralen Themen:

  • Was verbindet und was trennt junge Menschen?
  • Welche Beziehungen zu Gleichaltrigen haben sie?
  • Wie beteiligen sie sich und welche (Frei-) Räume beanspruchen sie?

Den 15. Kinder- und Jugendbericht mit der Stellungnahme der Bundesregierung finden Sie hier.

Quelle: Aktuelle Meldung BMFSFJ vom 01.02.2017 / Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums

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