Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom 3.7.2026
Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Vereinigung gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr bundesweit 3.517 Kinder und Jugendliche adoptiert. Das waren 145 Fälle bzw. 4 % weniger als 2024. Der langfristige Rückgang setzt sich damit weiter fort: Seit dem Höchststand im Jahr 1993 mit 8.687 Adoptionen hat sich die Zahl der Fälle mehr als halbiert.
Mehr als ein Viertel der adoptierten Kinder war zum Zeitpunkt der Adoption jünger als ein Jahr. Weitere 31 % waren ein oder zwei Jahre alt. Im Durchschnitt waren die Kinder bei der Adoption 5,1 Jahre alt. Nur noch 56 Kinder und damit 1,6 % aller adoptierten Kinder wurden aus dem Ausland angenommen.
75% aller Adoptionen sind Stiefkindadoptionen
Besonders deutlich zeigt die Statistik die weiter wachsende Bedeutung der Stiefkindadoption. Ihr Anteil an allen Adoptionen stieg 2025 auf 75 % und erreichte damit einen neuen Höchststand. Insgesamt wurden 45 % der Kinder von Stiefmüttern und 30 % von Stiefvätern angenommen.
Diese Entwicklung steht nach Angaben von Destatis insbesondere im Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Frauenpaaren. Wird ein Kind in eine Partnerschaft zweier Frauen hineingeboren, kann die Partnerin der Mutter die rechtliche Elternstellung derzeit nur über eine Stiefkindadoption erlangen. 2025 adoptierten 1.586 Stiefmütter Kinder; in 80 % dieser Fälle handelte es sich um Frauenpaare ohne Angaben zum Kindsvater.
Die „klassischen“ Fremdadoptionen erreichten mit 819 Fällen einen neuen Tiefststand. Gleiches gilt für die Zahl der zur Adoption vorgemerkten Kinder sowie für die Zahl der Adoptionsbewerbungen.