Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom 28.4.2026
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 106.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 0,7 % weniger als im Vorjahr. Die Zahl lag damit weiterhin über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2020, in denen jeweils rund 99.000 bis 101.000 Fälle gemeldet worden waren. Aussagen zu den persönlichen Entscheidungsgründen lassen sich aus den Daten nicht ableiten.
96 % der Schwangerschaftsabbrüche erfolgten 2025 nach der sog. Beratungsregelung. Medizinische Indikationen oder Gründe aufgrund von Sexualdelikten lagen in 4 % der Fälle vor. 69 % der betroffenen Frauen waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 20 % zwischen 35 und 39 Jahre. 44 % hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.
Abbrüche häufiger früh in der Schwangerschaft
Erstmals wurde Mifegyne® mit einem Anteil von 45 % am häufigsten als Abbruchmethode eingesetzt. Die bislang häufigste Methode, die Vakuumaspiration, lag 2025 bei 43 %. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, davon zu rund 86 % in Arztpraxen oder OP-Zentren und zu 12 % ambulant im Krankenhaus.
Im Zehnjahresvergleich zeigt sich eine Verschiebung nach Alter und Zeitpunkt des Abbruchs. Gegenüber 2015 gab es weniger Schwangerschaftsabbrüche in jüngeren Altersgruppen, dagegen deutliche Zuwächse bei Frauen ab 30 Jahren. Zudem erfolgten Abbrüche 2025 häufiger früh in der Schwangerschaft: 49 % wurden innerhalb der ersten sechs Wochen vorgenommen, 2015 waren es 36 %.