Mehrgenerationenhaushalte werden seltener

- Aktuelle Meldungen Mitteilungen des Statistischen Bundesamtes

Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom 28. Juli 2016

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet, ist die Zahl der Haushalte mit drei oder mehr Generationen in Deutschland in den letzten 20 Jahren um 40,5 % gesunken. Während 1995 noch 351 000 dieser Haushalte bestanden, wurden 2015 nur noch 209 000 gezählt. „Mehrgenerationenhaushalte werden insgesamt immer seltener“, erklärte Dieter Sarreither, Präsident des Statistischen Bundesamtes, bei der heutigen Pressekonferenz in Berlin.

Von 1995 bis 2015 sank ebenfalls die Zahl der Haushalte, in denen die mittlere Generation mit ledigen Kindern lebte, von 12,8 Millionen auf 11,0 Millionen und damit um 13,9 %. In 266 000 Haushalten lebte im Jahr 2015 die mittlere Generation mit den Eltern zusammen.

Charakteristika generationenübergreifender Haushalte

Anhand von Steckbriefen zu typischen generationenübergreifenden Haushaltskonstellationen präsentierte Dieter Sarreither weiterhin ausgewählte Charakteristika wie die durchschnittliche Anzahl der Haushaltsmitglieder und deren Durchschnittsalter. Weitere Ergebnisse waren: 

  • Generationenübergreifendes Zusammenleben und Wirtschaften in einem Haushalt findet hauptsächlich in Familien mit Kindern statt. 26,9 % aller Haushalte in Deutschland sind Zweigenerationenhaushalte, in denen Familien leben.
  • In Zweigenerationenhaushalten, in denen die mittlere Generation mit Kindern zusammenlebt, sind drei Viertel der Frauen nicht erwerbstätig (29,7 %) oder arbeiten in Teilzeit (45,9 %). Dies trifft zusammen genommen nur auf gut jeden fünften Mann (18,3 %) zu.
  • Mit der Betreuung von Kindern im Haushalt werden durchschnittlich 103 Minuten pro Tag verbracht.
  • In 0,5 % aller Haushalte in Deutschland leben und wirtschaften drei oder mehr Generationen. Die Erwerbssituation der mittleren Generation in diesen Haushalten ähnelt der Erwerbssituation in Zweigenerationenhaushalten mit Kindern. Es lässt sich nicht per se eine höhere Belastung der mittleren Generation durch die Eltern feststellen. Auffallend ist zwar der etwas höhere Anteil der nicht erwerbstätigen Frauen (37,2 %). Gleichzeitig geht aber ein etwas höherer Anteil der Frauen (28,4 %) einer Vollzeiterwerbstätigkeit nach.
  • In Zweigenerationenhaushalten aus mittlerer und älterer Generation (0,7 % aller Haushalte) lebt zu 62,8 % nur ein Elternteil mit im Haushalt.

Nur Generationen mit gemeinsamer Haushaltskasse gezählt

Ausgangspunkt dieser Ergebnisse aus dem Mikrozensus 2015 ist das Zusammenleben einer mittleren Generation mit ledigen Kindern und/oder Eltern in einem Haushalt mit gemeinsamer Haushaltskasse. Fälle, in denen jede Generation in einem eigenen Haushalt wohnt – entweder im gleichen Haus oder in räumlicher Entfernung, können dagegen nicht abgebildet werden. 

Quelle: Pressemitteilung Nr. 263 des Statistischen Bundesamts vom 28.07.2016

Zurück