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3 % mehr Unterbringungen junger Menschen in Heimen und Pflegefamilien

Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom 23.3.2026

Rund 221.500 Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene wuchsen im Jahr 2024 zumindest zeitweise außerhalb der eigenen Familie auf. Dies meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag. Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 134.000 junge Menschen in einem Heim und knapp 87.500 in einer Pflegefamilie betreut. Das sind 7.00 Fälle (3 %) mehr als im Vorjahr, was den zweiten Anstieg in Folge darstellt (2023: +4 %).

Als Grund für gut zwei Drittel des Anstiegs im Jahr 2024 (69 % oder 4.800 Fälle) nennt Destatis die Entwicklungen rund um ehemals unbegleitet eingereiste Minderjährige, die nach einer vorübergehenden Inobhutnahme oft in Heimen, betreuten Wohnformen oder Pflegefamilien untergebracht werden. Insgesamt wurden 2024 rund 25.300 junge Menschen nach Inobhutnahmen aufgrund unbegleiteter Einreisen in Heimen oder Pflegefamilien betreut. Mit 94 % lebten die meisten von ihnen in Heimen, Wohngruppen oder anderen betreuten Wohnformen und nur 6 % in Pflegefamilien.

 

Eltern waren in fast jedem zweiten Fall alleinerziehend

Von den jungen Menschen, die 2024 in Heimen oder Pflegefamilien betreut wurden, waren

  • 57 % männlich,
  • 43 % weiblich,
  • 76 % minderjährig.

Während Kinder bis 10 Jahren häufiger in Pflegefamilien aufwuchsen, überwog ab dem 11. Lebensjahr die Heimerziehung. Knapp ein weiteres Viertel (24 %) der Betroffenen waren „Careleaver“, also junge Volljährige im Übergang aus der öffentlichen Erziehungshilfe in ein selbstständiges Leben.

Bei den Herkunftsfamilien handelte es sich zu

  • 47 % um alleinerziehende Elternteile,
  • 18 % um zusammenlebende Elternpaare,
  • 16 % um Elternteile in neuer Partnerschaft.

In den verbleibenden Fällen – zum Beispiel in den Betreuungsfällen nach unbegleiteter Einreise – war die Familiensituation unbekannt (17 %) oder die Eltern verstorben (2 %).

 

Hauptgrund: Ausfall der Bezugsperson

Knapp 61.100 junge Menschen wurden 2024 neu in einem Heim oder einer Pflegefamilie aufgenommen. Der Hauptgrund war dafür mit 19 % Unversorgtheit, also der Ausfall der Bezugsperson dieser jungen Menschen. An zweiter Stelle stand die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern (15 %), dritthäufigster Grund war die Gefährdung des Kindeswohls durch Vernachlässigung, Misshandlungen oder sexuelle Gewalt (13 %).

Im Schnitt endete die Betreuung außerhalb der eigenen Familie nach 2,4 Jahren, wobei die Unterbringung in einem Heim mit durchschnittlich 1,8 Jahren deutlich kürzer war als in einer Pflegefamilie mit 4,3 Jahren.

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