2016 verzeichnet 0,6 % weniger Ehescheidungen

- Aktuelle Meldungen Mitteilungen des Statistischen Bundesamtes

Mitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 237 vom 11.07.2017

Destatis hat die Zahlen der geschiedenen Ehen im Jahr 2016 veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr waren es mit 162 397 Scheidungen knapp 0,6 % weniger. In 82,6% der Fälle ging eine vorherige Trennungszeit der Partner von einem Jahrder Scheidung voraus. Zudem stellten die Ehefrauen 51,3% der Scheidungsanträge, die Ehemänner 40,9 % und die übrigen wurden von beiden gemeinsam gestellt.

Betroffene Kinder

Insgesamt betrachtet, waren von den Scheidungen im Jahr 2016 knapp 132 000 Kinder unter 18 Jahren betroffen. 50,5 % der geschiedenen Ehepaare hatte minderjährige Kinder und von diesen wiederum 52,4 % nur ein minderjähriges Kind.

Trend zur längeren Ehe hält an

Auch im Jahr 2016 setzten sich die Trends zur längeren durchschnittlichen Ehedauer wie auch zum höheren Durchschnittsalter der Geschiedenen weiter fort.

  • Ehen bestanden durchschnittlich 15 Jahre bis zur Scheidung, wobei
  • 15,6% der Scheidungen sogar erst nach mehr als 25 gemeinsamen Jahren erfolgte.

Durchschnittlich waren die Männer 2016 bei ihrer Scheidung 46 Jahre und 7 Monate alt und die Frauen 3 Jahre jünger (43 Jahre und 7 Monate).

Betrachtet man dagegen das Jahr 1991, waren Ehen dagegen nach

  • durchschnittlich nur 11 Jahren und 9 Monaten geschieden worden.
  • Nur etwa 9% der Ehen waren damals nach mehr als 25 Jahren Ehedauer beendet worden.

Das Durchschnittsalter der Geschiedenen hatte 1991 noch um über 7 Jahre niedriger gelegen (Männer: gut 39 Jahre, Frauen: gut 36 Jahre). Allerdings wurde damals auch noch in jüngerem Alter geheiratet.

Eheschließungen der letzten 25 Jahre berücksichtigt

Der endgültige Anteil an Scheidungen für einen Eheschließungsjahrgang kann erst nach Ablauf einer sehr langen Zeitspanne bestimmt werden. So beträgt im Jahr 2016 die Scheidungsrate für die im Jahr 1991 geschlossenen Ehen – also nach 25 Jahren Ehedauer – bisher 392,6 Scheidungen je 1 000 Ehen. Da aber auch in den Folgejahren noch Ehen dieser Kohorte geschieden werden, wird der Anteil der nach 30 oder 40 Jahren durch Scheidungen beendeten Ehen noch höher liegen.

Die zusammengefasste ehedauerspezifische Scheidungsziffer beschreibt dagegen die aktuellen Scheidungsverhältnisse. Dabei werden die Ehen einbezogen, die in den letzten 25 Jahren geschlossen und im aktuellen Jahr geschieden wurden. Nur wenn das Scheidungsverhalten über 25 Jahre hinweg genauso gewesen wäre wie im betrachteten Jahr, würde nach 25 Jahren ein entsprechender Anteil an Ehen geschieden sein. 2016 lag diese Ziffer bei 346,3.

Daneben ist zu berücksichtigen, dass Ehen nicht allein gerichtlich durch Scheidungen gelöst werden. Auch Wanderungen oder der Tod eines Partners verändern ihren Bestand permanent.

Basisdaten und Zeitreihen zur Statistik rechtskräftiger Urteile in Ehesachen können über die Tabelle Ehescheidungen in Deutschland (12631) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 237 des Statistischen Bundesamts vom 11. Juli 2016

Zurück