Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom 23.7.2026
In Deutschland lebten im Jahr 2025 rund 1,62 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Damit hatte knapp jede fünfte Familie nur einen Elternteil. Nach Erstergebnissen des Mikrozensus ist die Zahl der Alleinerziehenden innerhalb von zehn Jahren leicht zurückgegangen. Im Jahr 2015 waren es noch 1,65 Millionen. Ihr Anteil an allen Familien mit minderjährigen Kindern sank in diesem Zeitraum von 20,5 auf 19,4 %.
Der Großteil der Alleinerziehenden ist weiterhin weiblich: Im Jahr 2025 lebten 1,37 Millionen alleinerziehende Mütter und 253.000 alleinerziehende Väter mit ihren minderjährigen Kindern in einem Haushalt. Der Anteil der Väter unter den Alleinerziehenden stieg seit 2015 allerdings von 11,1 auf 15,6 %.
373.000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren
Insgesamt lebten rund 2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren mit nur einem Elternteil zusammen. Das entsprach 16,8 % aller Minderjährigen in Deutschland. Darunter waren 373.000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Sie machten 15,8 % der minderjährigen Kinder von Alleinerziehenden aus. Von einer derzeit diskutierten Absenkung der Altersgrenze für den Unterhaltsvorschuss von 18 auf 16 Jahre wären nach Angaben des Statistischen Bundesamts 21,2 % der Familien Alleinerziehender betroffen.
Alleinerziehende Mütter arbeiteten häufiger in Vollzeit als Mütter in Paarfamilien. Von den erwerbstätigen alleinerziehenden Müttern waren 38,6 % vollzeitbeschäftigt, gegenüber 30,7 % der Mütter, die mit einem Partner oder einer Partnerin zusammenlebten. Bei Vätern zeigte sich ein umgekehrtes Bild: 83,8 % der erwerbstätigen alleinerziehenden Väter arbeiteten in Vollzeit, bei Vätern in Paarfamilien waren es 91,5 %.
Besonders deutlich sind die Unterschiede bei der Armutsgefährdung. Im Jahr 2025 verfügten 28,9 % der Personen in Alleinerziehenden-Haushalten über ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. In Paarhaushalten mit Kindern lag der Anteil bei 12 %.