- Entscheidungen Leitsätze
Bundesgerichtshof, Beschluss v. 20.5.2026 – XII ZB 276/25
- Art. 17 Brüssel IIb-VO ist nicht anwendbar, wenn die Priorität der Rechtshängigkeit im Hinblick auf einerseits in einem Mitgliedstaat und andererseits in einem Drittstaat geführte Verfahren zu beurteilen ist.
- Die früher eingetretene Rechtshängigkeit bei einem ausländischen Gericht (hier: Scheidungsklage in der Schweiz) führt in gleicher Weise zur Unzulässigkeit eines späteren Scheidungsantrages wie eine anderweitige Rechtshängigkeit im Inland (im Anschluss an Senatsurteile BGHZ 176, 365 = FamRZ 2008, 1409 [m. Anm. Henrich] {FamRZ-digital | FamRZ bei juris}, und v. 2.2.1994 - XII ZR 148/92 - FamRZ 1994, 434 {FamRZ-digital | FamRZ bei juris}).
- Die Rechtshängigkeit eines ausländischen Verfahrens, die - vorbehaltlich vorrangiger Regelungen - nach der lex fori des ausländischen Gerichts zu beurteilen ist, steht der Rechtshängigkeit bei einem inländischen Gericht gleich, wenn Beteiligte und Verfahrensgegenstand identisch sind und die ausländische Entscheidung im Inland anzuerkennen ist (im Anschluss an Senatsurteile v. 29.4.1992 - XII ZR 40/91 -, FamRZ 1992, 1060 {FamRZ-digital | FamRZ bei juris}, und v. 12.2.1992 - XII ZR 25/91 -, FamRZ 1992, 1058 {FamRZ-digital | FamRZ bei juris}).
Anm. d. Red.: Die Entscheidung wird demnächst in der FamRZ veröffentlicht m. Anm. Bettina Heiderhoff.