Kindern bessere Chancen für ein gesundes Aufwachsen ermöglichen

Zehn Jahre Nationales Zentrum Frühe Hilfen

Gravierende Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, wachsende Kosten in der Kinder- und Jugendhilfe sowie eine auffällige Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern waren vor zehn Jahren Anlass, den Kinderschutz in Deutschland zu überdenken: vom reaktiven Handeln hin zur Prävention. Familiäre Belastungen sollten künftig frühzeitig erkannt, passgenaue Unterstützungsangebote bereitgestellt und die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe verbessert werden.

Um diese Entwicklungen zu fördern, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2007 das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) eingerichtet. Es basiert auf der Kooperation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V. (DJI). Das NZFH

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley sieht das NZFH als wichtigen Partner, wenn es um gute Entwicklungsbedingungen für Säuglinge und Kleinkinder gehe. So werde ab 2018 der Bund mit der Bundesstiftung Frühe Hilfen eine dauerhafte Grundlage für den präventiven Kinderschutz schaffen.

Leiterin der BZgA Dr. Heidrun Thaiss bilanziert, dass heute in belastenden Lebenslagen eine deutlich frühere und passgenauere Unterstützung den Familien ermöglicht werden könne, als noch vor zehn Jahren. Da nun flächendeckende Netzwerke Früher Hilfen etabliert seien, müsse jetzt der systemübergreifenden Ausbau und die Qualitätsentwicklung der Frühen Hilfen noch weiter vorangebracht werden.

Forschungsdirektorin am DJI Prof. Dr. Sabine Walper sieht in den Forschungserkenntnissen einen wichtigen Erfolgsfaktor. Dadurch sei nun eine bessere Einschätzung möglich, welche Unterstützung die Familien benötigen, wie sie zu erreichen seien und wie die Angebote gestaltet sein müssten, damit sie von den Familien angenommen werden.

Fachliche Anerkennung des NZFH

2008 wurde es durch einen gemeinsamen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin beauftragt, eine Plattform für den regelmäßigen Erfahrungsaustausch einzurichten, um

Erneute Aufgabenerweiterung

Mit dem Anfang 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetz übernahm das NZFH zusätzlich auch

Fachlich beraten wird das NZFH dabei von einem Beirat, dem derzeit 43 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Fachpraxis angehören. In zahlreichen Publikationen, auf Fachveranstaltungen und auf der Internetseite veröffentlicht das NZFH die Ergebnisse seiner Arbeit und bietet Fachkräften durch Angebote zum Fachaustausch und durch Arbeitsmaterialien Unterstützung.

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Quelle: Pressemitteilung des NZFH vom 13.07.2017

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