Deutsches vs. polnisches Abstammungsstatut

Bundesgerichtshof, Beschluss v. 19.7.2017 – XII ZB 72/16

1. Führt von den nach Art. 19 I EGBGB für die Feststellung der Vaterschaft alternativ berufenen Rechtsordnungen zum Zeitpunkt der Geburt allein das Personalstatut des geschiedenen Ehemanns der Mutter zur rechtlichen Vaterschaft (hier: des geschiedenen Ehemanns nach polnischem Recht), so ist eine später von einem anderen Mann nach dem hierfür anwendbaren deutschen Recht erklärte Anerkennung der Vaterschaft unwirksam (Fortführung des Senatsbeschlusses v. 3.8.2016 – XII ZB 110/16 –, FamRZ 2016, 1847).

2. Die zum Zeitpunkt der Geburt kraft Gesetzes begründete Vaterschaft kann grundsätzlich nur nach dem gemäß Art. 20 EGBGB anwendbaren Anfechtungsstatut beseitigt werden (im Anschluss an Senatsurteil v. 23.11.2011 – XII ZR 78/11 –, FamRZ 2012, 616 [m. Anm. Helms]).

Anm. d. Red.: Die Entscheidung wird veröffentlicht in FamRZ 2017, Heft 20, m. Anm. Duden und Henrich. Die Entscheidung ist zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen. Vorinstanz war das KG, FamRZ 2016, 922, m. Anm. Henrich.

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